Guten Morgen zusammen,
mir scheint, dass sich in dieser Diskussion mehrere Ebenen vermischen, und genau das macht sie unnötig unerquicklich.
Zum einen haben wir es mit einem Hersteller zu tun, der kein Problem damit hat, zentrale Funktionen zu verändern oder zu beschneiden - etwa die Auslagerung der Thumbnail-Erstellung auf Endgeräte, weil Kosten für den H.265 eingespart werden. Gleichzeitig bewirbt derselbe Hersteller sein System sehr offensiv für Büros, Teams und "Netzwerker", obwohl zentrale Voraussetzungen dafür - insbesondere echte Mandantenfähigkeit - schlicht nicht gegeben sind.
Mandantenfähigkeit ist dabei kein theoretisches oder „Linux-bedingtes“ Problem. Es gibt mandantenfähige Systeme auf Linux-Basis. Wer unsicher ist, was "Mandantenfähigkeit" im Software-Kontext bedeutet, kann das problemlos nachlesen oder sich erklären lassen. Der Verweis auf „Linux kann das nicht“ greift hier jedenfalls zu kurz.
Zum anderen haben wir im Forum berechtigte Fragestellungen, die Grenzen adressieren. Diese Grenzen sind nicht neu, sie wurden hier bereits mehrfach benannt. Was die Diskussion jedoch erschwert, ist die Haltung einiger, solche Punkte reflexartig mit Aussagen wie „das ist halt so“ oder „geht nicht anders“ abzuräumen - oder sie pauschal mit angeblichen technischen Zwängen zu begründen.
Diese „konservativen“ Gedanken - also sinngemäß „das ist nun mal so“ oder „das ist systembedingt“ - sind ja nicht neu. Schaut man sich die Historie technischer Entwicklungen an, gab es bei nahezu jeder Neuerung Stimmen, die genau das gesagt haben, den Status-quo vertreten und rechtfertigen. Würde man sich davon leiten lassen, würden wir heute noch bei Kerzenschein zu Abend essen und mit Pferdekutschen durch die Gegend fahren

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Ich meine das nicht böse, aber Fortschritt bedeutet nun einmal, auch mal über den Tellerrand hinauszuschauen und bestehende Entscheidungen und Ist-Zustände kritisch zu hinterfragen.
(nur) Ein konkretes Beispiel: Wenn in Synology Photos Funktionen wie Tagging im freigegebenen Bereich untrennbar mit Löschrechten gekoppelt sind, dann hat das direkte Auswirkungen auf Zusammenarbeit. Insbesonders bei Funktionen wie bedingten Alben, die auch auf Tags basieren können, schränkt das etliche Nutzungsszenarien ein. Viele möchten gemeinsam taggen, aber eben nicht gemeinsam löschen können. Diese Kopplung ist definitiv keine Naturgesetzlichkeit, sondern eine Designentscheidung - und eine mit spürbaren (negativen) Nebenwirkungen.
Übrigens: Die Möglichkeit, Tag-Rechte und Lösch-Rechte voneinander zu trennen, wäre in diesem konkreten Thema für den neuen Forums-User
@Chris218 tatsächlich eine passable Lösung. Dann könnten er und seine Gruppe/Familie über bedingte Alben ein gemeinsames "Best-of-Album" erstellen bzw. befüllen.
@ottosykora &
@Benie &
@Mahoessen
Das muss man doch hier einfach auch mal so benennen können!
Dass solche Punkte, Fragen und Produktlimitierungen dann nicht einmal als Problem stehen gelassen werden, sondern regelrecht wegdiskutiert werden, irritiert mich ehrlich gesagt.
Kritik an konkreten begrenzenden Designentscheidungen ist kein „Nörgeln“ und kein Angriff auf das Produkt als Ganzes. Synology ist ein solides System mit vielen Stärken - aber eben auch mit Schwächen, Unfertigem und teilweise wirklich fragwürdigen Entscheidungen und Werbeversprechungen.
Ein Forum sollte genau der Ort sein, an dem man diese Dinge benennen darf. Nicht um Recht zu behalten, sondern um anderen zu helfen, Erwartungen realistisch einzuordnen und anderen zu helfen nicht dieselben Umwege gehen zu müssen. Berechtigte Fragen mit „ist halt so“ und "geht nicht anders" abzutun hilft ausserdem niemandem - und wird weder dem Produkt noch den Nutzern gerecht und widerspricht letztlich auch dem, wofür ein Forum da sein sollte.