NAS als Exchange Server Ersatz

Ein Exchange Server ist in jeder Hinsicht ein Monster. Sowohl, was den Funktionsumfang betrifft aber auch im Hinblick auf Lizenzkosten und Anforderungen an die IT. Das Aufsetzen und die Wartung stellen hohe Anforderungen an den Administrator. Eine professionelle Wartung setzt spezielle Schulungen voraus, was sich signifikant in den Wartungskosten oder bei fehlerhafter Wartung in Sicherheitslücken niederschlägt .

Kann ein NAS einen Exchange Server ersetzen?

Die Frage ist nicht, ob ein NAS oder ein anderes System einen Exchange Server ersetzen können, denn aufgrund des enormen Funktionsumfangs und der komplexen Wartung kann nichts einen  Exchange Server vollständig ersetzen.  Die Frage muss lauten, ob man den vollständigen Funktionsumfang eines Exchange Servers benötigt, denn für gängige Unternehmensanforderungen ist ein Exchange Server häufig völlig überdimensioniert.

Die meisten Anforderungen, vor allem die wichtigen Kommunikationsanforderungen, lassen sich auch mit freien Lösungen realisieren. Selbst wenn sich die eine oder andere Spezialanforderungen nicht exakt so wie auf einem Exchange Server umsetzen lässt, so muss sich jeder IT Verantwortliche die Frage stellen, ob diese einzelne Funktion den enormen Mehraufwand an Administration und Kosten rechtfertigt oder ob sich an dieser Stelle z.B. durch Umstellung des Workflows nicht eine andere Lösung findet.

Moderne NAS Systeme von Synology bringen alle Funktionen mit, um einen Exchange Server inkl. Domänen Controller weitestgehend zu ersetzen

Gleiche Funktionen, ohne Lizenzkosten bei stark vereinfachter Konfiguration

Ein  Synology NAS bringt alle Funktionen mit, um die weitestgehend gleiche Funktionalität eines Exchange Servers und Domänen Contollers zur Verfügung zu stellen. Der Hersteller erfindet dabei das Rad nicht neu sondern setzt unter der Haube auf weit verbreitete und etablierte Lösungen aus der Linux Welt. Der Domänen Controller wird durch einen Samba Server bereit gestellt, als Mail Server kommt Postfix zum Einsatz und als DNS Server läuft dnsmasq.

Das NAS Betriebssystem Disk Station Mananger (DSM) übernimmt automatisch die nötige Grundkonfiguration der Dienste und stellt für die individuelle Konfiguration eine sehr leicht zu bedienende Nutzeroberfläche zur Verfügung.

1. MailPlus Server

Der MailPlus Server ist ein vollwertige Mail Server auf Basis von Postfix. Postfix ist einer der weltweit am häufigsten verwendeten Mailserver. Der MailPlus Server bietet alle für den Unternehmenseinsatz benötigten Funktionen wie z.B. Gruppen-/Benutzerrichtlinien, Sub-Administratoren, Spam-Filter, Hochverfügbarkeits-Design, alternativer Zugriff über Browser, usw.

Zu Sicherheitsaspekten des MailPlus Servers im Unternehmenseinsatz haben wir einen eigenen Artikel verfasst: Synology MailPlus Server

2. Directory Server

Der Directory Server stellt den Domänen Controller zur Verfügung. Über die DSM Oberfläche werden grundlegende Einstellungen zur Domäne im Bezug auf Nutzer-, Gruppen, und Computerverwaltung vorgenommen. Weitere Einstellungen werden komfortable über die Microsoft RSAT Tools und die Microsoft Management Console vorgenommen. Die Administration unterscheidet sich an der Stelle nicht von der eines Exchange Active Directory Servers.

Der Funktionsumfang ist mit dem eines Windows Server 2008 vergleichbar. Domänen können von einem Windows 2008 Domänen Controller migriert werden, ohne sie neu aufsetzen zu müssen.

Zur Ausfallsicherheit kann ein sekundärer Domänen Controller auf einem zweiten NAS aufgesetzt werden. Alternativ kann mit dem Synology High Availabiltit Cluster ein Active-Passive Cluster für Ausfallsicherheit sorgen.

3. DNS Server

Für den Betrieb einer Domäne ist ein DNS Server erforderlich. Dieser wird vom NAS zur Verfügung gestellt und im Bezug auf die Domäne automatisch konfiguriert.

4. Kalender Verwaltung

Es können private und Teamkalender verwaltet werden, diese werden über das CalDAV Protokoll plattformübergreifend mit Clients wie Thunderbird oder Outlook synchronisiert.

5. Kontakt Verwaltung

Wie die Kalenderverwaltung ist auch die Kontaktverwaltung plattformübergreifend integriert.

6. Drive Server

Der Drive Server ist eine umfangreiche Komplettlösung für den Datenaustausch, die Datensicherung und für verteiltes und gemeinsames Arbeiten in Teams. Mit Synology Office können Dokumente und Tabelle gleichzeitig an verschiedenen Standorten bearbeitet werden.

Den Drive Server haben wir in dem Beitrag „Drive Server und Collaboration“  im Detail unter die Lupe genommen.

Vorteile

1. Stark vereinfachte Administration

Ein wesentlicher Vorteil in der Groupware Lösung über ein Synology NAS besteht in der Reduktion der Komplexität der Administration. Man wird nicht von unendlich vielen Einstellmöglichkeiten erschlagen, die selbst erfahrene Admins bei einem Exchange Server nicht alle kennen. Dennoch können über die Windows RSAT Tools nahezu beliebige Active Directory Regeln angelegt werden.

2. Keine Lizenzkosten

Alle benötigten Komponenten sind frei von Lizenzkosten. Im MailPlus Server können allerdings nur fünf Konten kostenfrei genutzt werden. Läuft der MailPlus Server in einem High Availability Cluster sind es zehn freie Konten. Für weitere Konten müssen Lizenzen erworben werden, die eine unbefristete Gültigkeit haben. Im Vergleich zu den jährlichen Lizenzkosten eines Exchange Servers sind diese Kosten zu vernachlässigen.

3. Freie Standarts

Durch die Verwendung freier Standarts wie Pop3, Imap, WebDAV, CalDAV, CardDAV, usw. kann jede Desktopanwendung, Web-Anwendung oder App verwendet werden, die die jeweiligen Protokolle unterstützt. Hieraus ergibt sich eine Fülle neuer Möglichkeiten.

4. Appliance-artige Lösung

Hardware und Software kommen aus einer Hand. Man braucht sich als Kunde über passende Hardware, Treiber, Kompatibilität etc. keine Gedanken zu machen. Diese Arbeit erledigt der Hersteller. Updates werden stets passend zu dem jeweiligen  Gerät zur Verfügung gestellt.

5. Backup und High Availability inklusive

Die Paradedisziplin eines NAS ist es, große Datenmengen ausfallsicher zu speichern und Backups gemäß eines den eigenen Anforderungen entsprechenden Backupplans zu verwalten und zu verteilen. Setzt man eine Groupware Lösung auf einem NAS auf, so hat man die Backup Lösung gleich mit dabei bis hin zur Möglichkeit, eine High Availability Cluster aufzusetzen.

Wie man eine Backupstrategie mit einem NAS umsetzt lesen sie in dem Beitrag „Backup Strategien und die Umsetzung mit einem NAS„.

Grenzen einer Groupware Lösung auf einem NAS

Wo viel Licht ist da ist auch immer etwas Schatten. Ein Domänen Controller auf Samba Basis und ein Kalendersystem auf Basis von CalDAV können spezielle Funktionen eines Exchange Servers nicht abbilden.

So ist es beispielsweise möglich, je nach Berechtigung die Kalender der Kollegen zu sehen, eine automatische Planung von Meeting Slots auf Basis der Verfügbarkeit aller Teilnehmer ist nicht möglich. Ein Slot bei dem alle Teilnehmer verfügbar sind muss manuell ausgewählt werden.

Die Rechteverwaltung von Kalendern und Kontaktlisten muss für neue Benutzer manuell erfolgen, was aber nur wenige Minuten in Anspruch nimmt.

Auf der anderen Seite gewinnt man aber durch die Verwendung freier Standards auch Möglichkeiten hinzu.

Betriebswirtschaftliche Überlegungen

Bei der Entscheidung für eine Groupware Lösung ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht das Kosten-/Nutzen Verhältnis entscheidend.  Falls es einzelne Funktionen gibt, die nur ein echter Exchange Server zur Verfügung stellen kann ist zu hinterfragen, wie wichtig diese Funktionen sind und ob es nicht eine alternative Lösung oder Arbeitsweise gibt.

Sind diese speziellen Funktionen die Mehrkosten von bis zu vielen tausend Euro jedes Jahr für Lizenzen, Hardware und Administration wert?

Moderne Groupware mit neuen Möglichkeiten

Eine NAS basierte Groupware Lösung bietet viele Vorteile, die ein Exchange nicht bieten kann. Stellt man alle Anforderungen auf den Prüfstand findet sich häufig ein großes Potential für Verbesserungen im Arbeitsablauf durch ständig neue und moderne  NAS Anwendungen.

Groupware bedeutet heute nicht mehr nur eine gemeinsame Kalenderverwaltung, gemeinsame Kontakte und gemeinsame Datenlaufwerke. Heutzutage geht es um Zusammenarbeit über viele Standtorte hinweg, das gleichzeitige Arbeiten auf großen Datenbeständen und zwar auch dann, wenn die Anbindungsgeschwindigkeit einzelner Standorte nicht optimal ist. Hier kann man Groupware mit modernen NAS Systemen neu definieren und Arbeitsabläufe definieren, die mit zentralen Servern auf die ausschließlich per VPN zugegriffen wird nicht möglich sind.

Über den Autor

Dieser Beitrag wurde durch NAS-Central.de verfasst. NAS-Central vertreibt seit 2005 NAS Server und Lösungen auf NAS Server Basis. Das Angebot gehört zu dem Systemhaus LogicTri aus Trier.

Auf NAS-Central finden sie Komplettlösungen aus den Bereichen Office & Collaboration, Storage & Backup, Virtualisierung, Vernetzung und mobile Lösungen sowie individuelle Lösungen passgenau für ihre Anforderungen.

Für gängige Installationen werden pauschale Installations- sowie Wartungspakete angeboten.

NAS-Server und zugehörige Komponenten können über den angegliederten NAS Server Shop bezogen werden. Dies ist allerdings keine Voraussetzung, um angebotene Services zu nutzen. Services werden im gleichem Umfang auch für Fremdgeräte angeboten.

Besuchen sie die Angebote von NAS-Central.de und Logictri.de und kontaktieren sie den Anbieter gerne, falls sie Hilfe oder ein  Angebot erhalten möchten.