Drive Server und Collaboration

Der Drive Server ist eine Daten Synchronisierungslösung, die drei Kernfunktionen bietet:

  • Synchronisierung und Bereitstellung von Daten über verschiedene Standtorte und Geräte
  • Teilen und gleichzeitiges Bearbeiten von Daten in Gruppen
  • Backup und Versionierung

Mit der Synology Drive Server Lösung können Daten über mehrere Geräte hinweg synchron gehalten und gesichert werden. Für die Zusammenarbeit können Dateien darüber hinaus freigegeben werden. Es ist somit eine effektive Lösung zum Datenaustausch im Team, zur Datensicherung und zur Synchronisierung

Synchronisierungsaufgabe

Synchronisierungsaufgaben halten lokale Ordner mit Ordnern auf dem NAS synchron. Es stehen dabei drei Modi zur Verfügung:

Synchronisierungsmodi

Die Synchronisierung bei Bedarf ist nur bei den ersten beiden Modi verfügbar. Werden bei der Zwei-Wege-Synchronisierung gleiche Ordner auf verschiedenen Rechnern auf den gleichen Ordner im Drive Server verbunden, so bleiben Dateien in alle Ordner auf allen Rechnern synchron. Ist ein Rechner über eine Ein-Weg-Synchronisierung angebunden hält der DriveServer den Datenbestand nur in die konfigurierte Richtung synchron.

Datensicherungsaufgabe

Datensicherungsaufgaben sind Ein-Weg Sicherungen von einem Rechner auf das NAS. Es kann nur eine solche Aufgabe erstellt werden. Da die Sicherung nur unidirektional als Upload möglich ist steht die Synchronisierung bei Bedarf in diesem Fall nicht zur Verfügung.

Bei der Datensicherung ist zu berücksichtigen, dass für den Zugriff auf das Backup die Berechtigungen auf dem NAS maßgeblich sind. Sichert man sein Home-Verzeichnis auf einen Teamordner gelten die Zugriffsberechtigungen von dem Teamordner, somit hat ggf. das ganze Team Zugriff auf die Sicherung

Synchronisierung bei Bedarf

Mit der bedarfsorientierten Synchronisierung bietet der Drive Server eine Besonderheit mit der der lokale Speicherbedarf und die benötigte Bandbreite erheblich reduziert werden können. Pro Datei und Ordner kann festgelegt werden, wie die Daten auf ein Endgerät übertragen und dort gespeichert werden.

Kleine Symbole zeigen den Status jeder Datei an.

Alle Dateien stehen so transparent zur Verfügung. Je nach Einstellung sind sie lokal gespeichert oder müssen vor dem öffnen erst übertragen werden. Man arbeitet mit den Dateien immer so, als wären sie lokal gespeichert. Es ergibt sich lediglich eine Latenzzeit für die Übertragung, falls eine Datei beim Öffnen nicht lokal gespeichert ist. Eine Netzwerkverbindung zum NAS ist in dem Fall natürlich erforderlich.

Webbasierter Zugriff und Zugriff über Handy App

Neben dem Zugriff per App und Desktopanwendung steht weiterhin ein webbasierter Zugriff über Browser zur Verfügung.

Dateiversionierung auf Drive Server Freigaben

Serverseitig kann auf dem Driver Server pro Freigabe eine Versionierung des Datenbestands konfiguriert werden:

Der große Vorteil ist, dass Anwender über den Drive Client oder die Weboberfläche selbständig auf frühere Versionen ihrer Daten zugreifen können und dass der Versionierungsverlauf pro Datei gespeichert wird.

Die Art, wie der Drive Server Daten versioniert hat aber auch einige Nachteile.

  • Die Versionierung erfolgt über ein proprietäres Archivformat.
  • Hoher Speicherbedarf. Die Versionierung nutzt keinerlei Deduplizierungsmechanismen. Dateiversionen werden vollständig auf ein Subvolumen kopiert.

Kann man darauf verzichten, dass Anwender selbständig auf Dateiversionen zugreifen, so empfehlen wir die Versionierung auf Dateisystemebene mittels Snapshot Replication, da diese ressourcenschonender ist, ohne Archivformat auskommt und auf Basis der copy-on-write Technologie des Dateisystems den Speicherbedarf reduziert. Dies ist zwar nicht mit einer globalen Block Level Deduplikation zu vergleichen, aber je nach Änderung in der jeweiligen Datei ist dennoch eine hohe Speicherplatzeinsparung möglich.

Es spricht auch nichts gegen die Kombination beider Versionierungsverfahren. Eine sinnvolle Kombination wäre beispielsweise eine eher kurzfristige Versionierung, auf die die Nutzer selbständig zugreifen können und eine langfristige Archivierung von Versionen über Snapshot Replication.

Hinweis zur Global Dedupliation: Diese ist aktuell nur für Active Backup for Business verfügbar. Es ist für DSM 7.0 angekündigt und soll separat in 2021 zur Verfügung stehen.

Benutzer Synchronisierungsprofile

Mittels Synchronisierungsprofilen für Benutzer können ausgewählte Dateitypen für eine bestimmte Nutzergruppe synchronisiert bzw. ausgeschlossen werden. So kann beispielsweise die Musiksammlung für alle Familienmitglieder auf dem gleichen Stand gehalten werden.

Bei den Einstellungen für die Synchronisierung ist drauf zu achten, dass es konkurrierende Einstellungen auf dem Server und dem Client gibt, die sich widersprechen können. Man kann sowohl auf dem Server Dateitypen von der Synchronisierung ausschließen als auch in den Synchronisierungsregeln auf dem Client.

Synchronisierungseinstellungen auf dem Client

Synchronisierungseinstellungen auf dem Server

 

Zugriff auf Versionen von Dateien

Bei Synchronisierungsaufgaben erfolgt der Zugriff auf frühere Versionen über des Kontextmenü der Dateien und Ordner.

Bei den Datensicherungsaufgaben gibt es hierfür einen eigenen Browser im Drive Client.

Synchronisierung und Bereitstellung von Daten über verschiedene Standtorte und Geräte

Der Drive Server bietet besondere Vorteile bei der Standortvernetzung und Möglichkeiten, die ein reines VPN nicht bieten kann. Dies ist besonders bei großen Datenbeständen und großen Dateien relevant.

Arbeiten sie beispielsweise im Home-Office mit einer 100MB großen Datei, die in der Firma gespeichert ist, so ergibt sich bei jedem Öffnen und (Zwischen-)speichern selbst bei einer 1Gbit Glasfaserleitung mit 200Mbit/s Upstream eine Latenz von ca. 6 Sekunden. Bei einer 250Mbit/s Leitung mit 50Mbit/s Upstream sind es bereits ca. 25 Sekunden. Bei langsameren Leitungen vervielfachen sich die Latenzen bis dahin, dass ein Arbeiten nicht mehr sinnvoll möglich ist.

Der Drive Server kann diese Verzögerungen vollständig eliminieren, da Lese- und Schreibvorgänge nur noch lokal erfolgen und die Datenübertragung im Hintergrund läuft. Auf diese Weise kann an verschiedenen Standtorten mit großen Datenmengen gearbeitet werden in einer Art und Weise, wie es über ein reines VPN nicht möglich wäre.

Konkurrierende Zugriffe

Besonders spannend ist die Frage, wie der Drive Server Konflikte bei gleichzeitiger Veränderung gleicher Dateien an verschiedenen Standtorten oder auf verschiedenen Clients auflöst.

Laut Spezifikation kann der Drive Server Versionskonflikte erkennen und im Falle, dass eine automatische Auflösung nicht möglich ist, beide Versionen mit entsprechenden Dateinamen im Dateisystem ablegen.

 

Leider funktioniert dies in der Praxis nicht in jedem Fall. Man muss zur Verteidigung des Drive Servers sagen, dass es technisch by-design gar nicht in jedem Fall möglich ist.

Wird beispielsweise eine Datei in einem Programm bearbeitet, dass keinen File Lock setzt und auch nicht über Änderungen im Hintergrund benachrichtigt, wie z.B. der Windows Text Editor, können Konflikte nicht erkannt werden.

Der Drive Server ist darauf ausgelegt, Daten in Echtzeit zu synchronisieren, genau das macht er. Im oben beschriebenen Fall kann er nicht wissen, dass die Datei im gleichen Moment bearbeitet wird, der Editor wiederum weiß nicht, dass die Datei im Hintergrund ersetzt wurde und überschreibt sie beim Speichern einfach. Das wiederum veranlasst den Drive Server dazu diese Version wieder an alle Clients zu verteilen.

Anders ist die Situation bei Programmen, die beim Öffnen einen Schreiblock auf eine Datei setzen. Hier ist erkennbar, dass die Datei geöffnet ist. Unverständlicherweise umgeht der Drive Client diesen Schreiblock und ersetzt die Datei im Hintergrund. Das ist bei einer geöffneten Word Datei z.B. daran zu erkennen, dass sich der Zeitstempel im Dateisystem ändert, ohne dass die Datei von Word gespeichert wird.

Wird die Word-Datei zuerst geöffnet und danach erst der Drive Client gestartet greift der Schreiblock und es wird ein Konflikt ausgelöst (Drive Client 2.0.4-11112). Diese Verhalten hätten wir bei Dateien mit Schreiblock in jedem Fall erwartet.

Zusammenfassung

Der Drive Server bietet tolle Möglichkeiten, Daten zu sichern und zu synchronisieren. Ein verteiltes Arbeiten mit gleichzeitiger Datensicherung ist so sehr leicht zu realisieren. Er ermöglicht das lokale Arbeiten auf großen Datenmengen an verschiedenen Standtorten, selbst dann, wenn die Geschwindigkeit der Standortvernetzung für ein reines Arbeiten über VPN zu langsam ist. Die „speichern bei Bedarf“ Funktion und die Möglichkeit lokalen Speicherplatz freizugeben sind schlaue Funktionen, über die große Datenmengen auch auf Geräten mit wenig Speicherplatz transparent verfügbar gemacht werden können.

Wir haben zwei Kritikpunkte, die den Umgang mit Dateiversionskonflikten bei gleichzeitiger Bearbeitung der gleichen Datei an verschiedenen Standtorten oder auf verschiedenen Clients betreffen. Ein Konflikt wird nicht in jedem Fall erkannt und dies kann im schlimmsten Fall zu Datenverlust führen.

Hier ist es wichtig die Grenzen des Systems zu kennen und ein Setup zu wählen, in dem diese Konflikte erst gar nicht entstehen können.

Konkret geht es um da Ignorieren des Schreiblocks durch den Drive Client (Drive Client 2.0.4-11112) was wie oben beschrieben zu Datenverlust führen kann. Dieses Verhalten wird hoffentlich in einer der nächsten Versionen geändert.

Wird ein Konflikt erkannt, so schreibt der Drive Server beide Dateiversionen ins Dateisystem, um Datenverlust zu vermeiden. An dieser Stelle fehlt uns die Alarmierung über den Versionskonflikt. Man erkennt den Konflikt nur an der Konfliktdatei im Dateisystem oder über die Benachrichtigung im Drive Client Widget. Beides kann leicht übersehen werden. Wir würden uns hier eine Benachrichtigung wünschen, die aktiv bestätigt werden muss.

Die Fälle, die technisch nicht als Konflikt erkannt werden können müssen durch entsprechende Richtlinien auf den Rechnern oder Mitarbeiterschulungen unterbunden werden. Auf einem gemeinsamen Datenbestand darf konkurrierend nur mit Anwendungen gearbeitet werden, die eine Konflikterkennung technisch möglich machen.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte sollte konkurrierende Zugriffe nur über Anwendungen erlauben, die speziell dafür ausgelegt sind. Wird für konkurrierende Zugriffe ausschließlich Synology Office verwendet ist man vor Datenverlust durch gleichzeitige Veränderung sicher.

Über den Autor

Dieser Beitrag wurde durch NAS-Central.de verfasst. NAS-Central vertreibt seit 2005 NAS Server und Lösungen auf NAS Server Basis. Das Angebot gehört zu dem Systemhaus LogicTri aus Trier.

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