Mit Snapshot Replication erstellte btrfs Schnappschüsse auf ein anderes NAS migrieren

Schnappschüsse auf Dateisystemebene mittels der Synology Erweiterung Snapshot Replication sind die effektivste Art, Datenbestände zu versionieren. Btrfs Schnappschüsse belasten das System nicht, sie sind schnell erstellt, jederzeit zugreifbar und belegen durch die Copy-on-write Technik auf Blockebene ein Minimum an Speicher. Darüber hinaus bieten Schnappschüsse einen effektiven Schutz gegen Veränderungen von Daten, sei es durch versehentliches Löschen, Datenkorruption aufgrund äußerer Einflüsse oder Defekten, Angriffe oder vieler anderer Szenarien, die Daten unbemerkt verändern können.

Schnappschüsse auf Dateisystemebene belasten das System kaum und sind ein effektiver Schutz für Ihre Daten

Schnappschüsse migrieren

Btrfs Schnappschüsse können und sollten ein elementarer Bestandteil jeder Backup Strategie sein. Steht ein Wechsel des NAS an gibt es viele Gründe, warum alte Snapshots auf das neue System mitgenommen werden sollten, um so den Zugriff auf alte Backupversionen zu erhalten.

Was trivial klingt stellt den System-Admin in der Praxis vor ein sehr schwieriges Problem. Alte Snapshots lassen sich nicht ohne weiteres auf ein anderes NAS kopieren.

Replikation über die Systemanwendung

Wie der Name „Snapshot Replication“ vermuten lässt kann die Anwendung Schnappschüsse replizieren. Tatsächlich ist dies allerdings nur für aktuelle und zukünftige Schnappschüsse möglich. Alte Schnappschüsse können nicht auf ein anderes NAS übertragen werden.

Der Migrations Assistent

Der Migrations Assistent von Synology ist eine Anwendung, die verspricht mit wenigen Ausnahmen alle Einstellungen von einem NAS auf ein anderes NAS zu übertragen.

Der Migrations-Assistent arbeitet auf Blockebene. Tatsächlich lassen sich hiermit auch alte Snapshots auf ein neues System übertragen. Allerdings ist diese Übertragung an umfangreiche  Voraussetzungen geknüpft, die in vielen Fällen nicht erfüllt sind:

  1. Die Volumengröße auf dem Ziel-NAS
    Auf dem Ziel NAS muss ein Volumen mindestens in der Größe des Volumens auf dem Quell-NAS angelegt werden können. Dies gilt unabhängig davon, wie viele Daten auf dem Quell-NAS gespeichert sind. Eine Migration auf ein kleineres Volumen ist nicht möglich, auch wenn der Speicherplatz auf dem Quell- und Ziel-Nas faktisch nicht benötigt wird.
  2. Identische Volumenaufteilung
    Auf dem Ziel-NAS werden die Volumen genau wie auf dem Quell-NAS eingerichtet. Eine nachträgliche Änderung der Volumenstruktur ist u.U. schwierig.
  3. Nur vollständige Migration
    Das Quell-NAS kann nur vollständig inkl. aller Daten und  Einstellungen migriert werden, das Ziel-NAS wird somit vollständig gelöscht. Eine selektive Migration ist nicht möglich.
    Häufig sind Konfigurationen über Jahre gewachsen und es besteht der Wunsch, ein System „sauber“ neu aufzusetzen. Hierfür gibt es verschiedene andere Möglichkeiten, Konfigurationen selektiv zu migrieren, z.B. über HyperBackup. In allen anderen Migrationsverfahren ist die Mitnahme von alten Snapshots hingegen nicht möglich.
  4. Weitere Einschränkungen
    Weitere Einschränkungen finden sich in den Technischen Daten zum Migrations Assistant.

Die Linux Shell als Ultima Ratio

Wenn nichts mehr hilft dann hilft die Linux Shell. Der DSM läuft auf einem für Synology NAS angepassten Linux System. Was über die Oberfläche nicht möglich ist kann häufig über das Linux Terminal und Skripte oder sonstige Erweiterungen gelöst werden.

Tatsächlich bringt das Dateisystem btrfs Funktionen mit, um Snapshots auf ein anderes System zu migrieren. In der Theorie ist das sogar recht einfach. Wie das funktioniert, was es dabei zu beachten gibt und warum es in der Praxis doch relativ schwierig ist, einen btrfs Snapshot zwischen zwei NAS über die Shell zu kopieren, erfahren sie in unserem Beitrag: Snapshots mit dem Linux Terminal zu einem anderen NAS migrieren.

Über den Autor

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