DS412+ bootet nicht mehr, serielle Konsole bootet in die EFI Shell, aber USB SATA DOM scheint intakt

Lars007

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Hallo allerseits,

ich habe ein ganz ähnliches Problem wie @andraesh mit seiner Diskstation mit meiner DS412+, die ich an einen anderen Ort stellen wollte und dafür nur kurz heruntergefahren hatte. Anschließend ist sie gestartet, die Lüfter drehen, aber ich erhalte dauerhaft nur noch die blau blinkende Power-LED. Die Festplatten drehen gar nicht mehr an. Der Reset-Button ist ohne jede Funktion.

Da sie ansonsten über eine USV abgesichert klaglos ihre Dienste versieht, habe ich mich auf Fehlersuche gemacht. Über die serielle Konsole bekommt man zunächst wie erwartet die Gerätedaten:

Granite Well.png

Anschließend sollte eigentlich das EFI starten und GRUB vom internen Massenspeicher der DS412+ laden, wenn ich die Architektur richtig verstehe.

Der Bootvorgang müsste normalerweise vermutlich so aussehen wie in diesem Video. (Meine DS412+ setzt bereits auf GRUB und nicht auf U-Boot wie andere Modelle. Falls jemand ein ähnliches Problem auf einem Modell hat, das U-Boot einsetz: Wenn U-Boot selbst nicht mehr verfügbar ist, kann man es über die serielle Konsole (mittels UART) neu flashen oder einen neuen Chip einlöten. Wenn U-Boot noch funktioniert, kann man von U-Boot aus einen funktionierenden Kernel laden.)

Die Meldung map: Cannot find required map name. deutet allerdings darauf hin, dass dieser interne Massenspeicher ("USB SATA DOM") für das EFI aber nicht sichtbar zu sein scheint und deshalb:

Boot Options :    -------------------------   [ 1 ] - EFI Internal Shell  -------------------------     Boot from----> 1  Booting from EFI Internal Shell [Fv(30D9ED01-38D2-418A-90D5-C561750BF80F)/FvFile(C57AD6B7-0515-40A8-9D21-551652854E37)] EFI Shell version 2.30 [1.0] Current running mode 1.1.2 map: Cannot find required map name.  Press ESC in 1 seconds to skip startup.nsh, any other key to continue.   Shell>

Da das Gerät seit vielen Jahren im Dauereinsatz ist, habe ich die Gelegenheit genutzt, um die Knopfzelle (CR1220) auf dem Mainboard gegen eine neue auszutauschen. Leider hat das keine Besserung gebracht. Mein Verdacht war daher, dass entweder der interne Massenspeicher defekt oder aber die darauf gespeicherten Daten korrupt sind.

Die EFI-Firmware ist wohl so modifiziert worden, dass nur der interne Massenspeicher als Bootmedium überhaupt angezeigt wird. Die angeschlossenen Geräte werden auf PID und VID geprüft und diese müssen immer F400 lauten, ansonsten wird das Gerät überhaupt nicht angezeigt. Da ich leider keinen USB-Stick habe, in dem ich die PID und VID auf diese Werte anpassen könnte, kann ich nicht testweise mit einem USB-Stick booten.

Ich habe daher den Massenspeicher per USB an meinen Computer angeschlossen (die PIN-Belegung am USB-Modul und an USB-Steckern findet man im Internet). Auf dem Massenspeicher würde ich mindestens eine EFI-Partition erwarten und so ist es auch:

Partition.png

Im EFI sehe ich, dass die Synology-Konfiguration grundsätzlich dort auch noch erhalten zu sein scheint:

Code:
Variable NV+RT+BS 'Efi:Boot0000' DataSize = 58
  00000000: 01 00 00 00 2C 00 45 00-46 00 49 00 20 00 49 00  *....,.E.F.I. .I.*
  00000010: 6E 00 74 00 65 00 72 00-6E 00 61 00 6C 00 20 00  *n.t.e.r.n.a.l. .*
  00000020: 53 00 68 00 65 00 6C 00-6C 00 00 00 04 07 14 00  *S.h.e.l.l.......*
  00000030: 01 ED D9 30 D2 38 8A 41-90 D5 C5 61 75 0B F8 0F  *...0.8.A...au...*
  00000040: 04 06 14 00 B7 D6 7A C5-15 05 A8 40 9D 21 55 16  *......z....@.!U.*
  00000050: 52 85 4E 37 7F FF 04 00-                         *R.N7....*
Variable NV+RT+BS 'Efi:Boot0001' DataSize = 40
  00000000: 01 00 00 00 1C 00 45 00-46 00 49 00 20 00 55 00  *......E.F.I. .U.*
  00000010: 53 00 42 00 20 00 44 00-65 00 76 00 69 00 63 00  *S.B. .D.e.v.i.c.*
  00000020: 65 00 00 00 02 01 0C 00-D0 41 03 0A 00 00 00 00  *e........A......*
  00000030: 01 01 06 00 07 1D 03 05-06 00 00 00 7F FF 04 00  *................*
Variable NV+RT+BS 'Efi:Boot0002' DataSize = 9C
  00000000: 01 00 00 00 84 00 53 00-59 00 4E 00 4F 00 4C 00  *......S.Y.N.O.L.*
  00000010: 4F 00 47 00 59 00 00 00-02 01 0C 00 D0 41 03 0A  *O.G.Y........A..*
  00000020: 00 00 00 00 01 01 06 00-07 1D 03 05 06 00 00 00  *................*
  00000030: 04 01 2A 00 01 00 00 00-3F 00 00 00 00 00 00 00  *..*.....?.......*
  00000040: 43 7D 00 00 00 00 00 00-33 3D 06 2B 6F 52 80 46  *C.......3=.+oR.F*
  00000050: B3 44 32 9B 22 9B C2 59-02 02 04 04 3E 00 5C 00  *.D2."..Y....>.\.*
  00000060: 45 00 46 00 49 00 5C 00-62 00 6F 00 6F 00 74 00  *E.F.I.\.b.o.o.t.*
  00000070: 5C 00 53 00 79 00 6E 00-6F 00 42 00 6F 00 6F 00  *\.S.y.n.o.B.o.o.*
  00000080: 74 00 4C 00 6F 00 61 00-64 00 65 00 72 00 2E 00  *t.L.o.a.d.e.r...*
  00000090: 65 00 66 00 69 00 00 00-7F FF 04 00              *e.f.i.......*
Variable NV+RT+BS 'Efi:BootOrder' DataSize = 2
  00000000: 00 00                                            *..*

Ansonsten wäre es auch schwierig, weil die Version die dafür nötigen Befehle leider noch nicht enthält.

Für mich sieht es also so aus, als sei der Massenspeicher funktionsfähig und EFI-kompatibel konfiguriert. Irgendwo zwischen dem EFI und dem USB-Modul dürfte also das Problem liegen. Um die Frage von @zzbernizz aus dem anfangs erwähnten Thread zu beantworten: Aus der EFI Shell rauszugehen bringt mich leider nirgendwo hin.

Ich werde diesen Beitrag noch um einige Links ergänzen, würde mich aber jetzt bereits über Tipps freuen, wie ich den Fehler noch besser eingrenzen und idealerweise beheben kann.
 
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traebbe

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Hallo Lars,

das Problem ist leicht zu lösen.
In meiner 415+ hab ich einen Widerstand (100 Ohm, 0.25 Watt) eingelötet und seitdem tuts die wieder.
Im Netz gibt es zahlreiche Beiträge.
 

Lars007

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In meiner 415+ hab ich einen Widerstand (100 Ohm, 0.25 Watt) eingelötet und seitdem tuts die wieder.
Danke für deine Antwort, allerdings handelt es sich bei meiner Diskstation um eine DS412+ (und nicht um eine DS415+), also um ein früheres Modell.

Der Bug, den du meinst, bezieht sich auf die C2000-Prozessor-Serie von Intel, die einen Fehler aufweist, der mit einem Widerstand zu umgehen ist, aber erst in jüngeren Modellen verbaut wird. In meiner Diskstation ist noch ein Prozessor vom Typ D2700 verbaut, der den Fehler nicht aufweist.
 
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