/root halb gelöscht, wie kann ich das NAS wieder Funktionsfähig machen?

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rumknapser

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Guten Abend die Herrschaften und einen schönen Sonntag,

Ich fuchtele mal kurz hektisch mit den Armen wild in der Luft und gucke panisch :cool:

Ich habe gerade ein DS412+ NAS mit "aktueller stable" Firmware und einem RAID5 mit 4x3TB Festplatten zerschossen...

Mittels "find / -delete ..." wurde in sekundenschnelle das /root-Verzeichnis mitsamt aller wichtigen Systemdateien ins Datennirwana gelöscht. /bin, /sbin, /etc, und was weiss ich noch alles, existieren nun nicht mehr auf dem System, ich habe aber noch eine Shell offen, die einige Befehle annimmt. Einige wenige...

Da ich die FW-Version leider nicht sehen kann, da auch die Weboberfläche nicht mehr wirklich funktioniert (bin zwar noch eingelogt und kann einzelne Icons anklicken, es kommt aber kurz nach dem Öffnen des jew. Menüs/Programms eine Fehlermeldung, die mich wieder auf die normale Oberfläche des NAS schickt, ohne etwas ausgeführt zu haben), hier der Output von uname -a falls es interessant sein sollte:
Linux NAS 3.2.30 #3211 SMP Tue Apr 16 20:02:31 CST 2013 x86_64 GNU/Linux
ScreenClip.jpg

Ich mache mir um die Nutzdaten keine Sorge, die sind noch auf einem anderen NAS (anderer Hersteller). Ausserdem konnte ich den Löschprozess abbrechen, bevor er das Verzeichnis /volume1 komplett gelöscht hat. Die Nutzdaten sind also noch allesamt auf dem NAS und ich kann auch via Samba zugreifen.


Wie bekomme ich dieses NAS nun wieder funktionstüchtig?
Ich würde es ungerne komplett Plattmachen müssen, denn der Kopiervorgang um das Backup zurückzuspielen braucht ca. eine Woche.


-Ich habe mir gedacht, die aktuelle Firmware nochmal händisch draufzuspielen, aber die WebGUI lässt mich nicht bis ins passende Menü.
-IPKG wurde installiert, scheint aber auch nur noch halb vorhanden zu sein, denn ich habe zwar Inhalt im Ordner /volume1/@optware/bin/ aber die Dateigrößen sind allesamt 0 und wenn ich z.B. find aufrufe, kommt: -ash: find: not found

Da dies evtl. ein sehr *nix-spezifische Frage ist, weiss ich nicht, ob ich hier an der richtigen Stelle bin, da im Thread Was gehört in diese Kategorie? auch nur etwas vom Datenverlust steht, nicht aber vom OS-Verlust :)

Ich hoffe dennoch auf Eure erfahrene Hilfe,

Wie kann/muss/soll ich nun vorgehen? Was sind/sollten die nächsten Schritte sein?

Seid bedankt, im voraus,
 

Frogman

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Also, ich denke, um ein Neuaufspielen des DSM kommst Du kaum herum (doppelter Reset hinten am Taster und über den PC-Assistenten neu einspielen, siehe Wiki-Anleitung). Dabei sollte Deinen Daten auch nichts passieren.
 

rumknapser

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Das ist doch genau das, was ich vorhatte.
Nur war ich mir über die Schritte nicht im klaren.
Danke f.d. Inspiration. :)



Folgende Schritte bin ich also gegangen:

Im Wiki den Artikel Durchführung eines Reset am Gehäuse gelesen.

Kurz über den Resetknopf gelesen.

Dann die orginal-englischsprachigen Wiki Einträge sicherheitshalber gelesen, die als Quelle in den o.g. Artikel referenziert waren: How to Reset the Synology System, sowie den für den nächsten Schritt erforderlichen Artikel Installing the Synology Server.

Von dort aus in das Download-Center von Synology und für das hier verwendete 4-Bay NAS DS412+ die entsprechende Firmware heruntergeladen, nebst einer aktuellen Version des Synology Assistant (Windows) und sicherheitshalber auch für den Mac. Installiert und gestartet.

Das NAS wurde vom Synology Assistenten nicht erkannt, auch nicht nachdem ich die Windows Firewall deaktiviert hatte.

Das Drücken des Resetknopfes mit einer handelsüblichen Büroklammer wurde vom NAS komplett ignoriert.

Kurzes einmaliges Drücken, wie auch ein 4- oder 10- oder 20-Sekunden Drücker haben das NAS zu nichts veranlasst, was mir aufgefallen wäre. (Piepen, Lüfterrauschen, plötzliche Plattenaktivität, etc.)

Die im ersten Post von mir erwähnte offene Shell war noch immer offen. Es wurde kein Ton von sich gegeben, noch ein Reboot ausgeführt, wie es in den Wiki-Artikeln beschrieben/angedeutet ist.

Also habe ich versucht, das NAS via WeBGUI herunterzufahren.
Es reagierte nicht darauf, obwohl die WebGUI anzeigte, das es nun runterfahren würde. Es waren aber keine auffälligen Plattengeräusche wahrzunehmen.

Da die *nix-Befehle "shutdown" oder "halt" nicht gefunden werden konnten, hab ich brutal den Netzstecker gezogen. Da ging es dann brav aus.
Vorher jedoch noch den Befehl "sync" ein paar mal ausgeführt. (gepufferte/gecachte Daten nochmal schnell auf HDD speichern, bevor sie beim Stromausfall verlorengehen) Das ging noch, jedenfalls augenscheinlich.

Nachdem das NAS wieder am Strom war, ca. 2 Minuten rödelte und dann ein Mal gepiept hatte, hab ich ihm noch etwas Zeit gegeben, da es schon irgendwie angestrengte Geräusche von sich gegeben hat. So in der Art, das es loslegen wollte, aber nicht so richtig konnte. (Geräusch klang in etwa so: kurzes Anfahren irgendeiner gummigelagerten Mechanik und direkt darauf ein kurzes rödeln der/einer Platte). Dann hat es nocheinmal ein Mal gepiept.
Der Status blinkte orange. Die blaue Leuchte leuchtete konstant blau, die Platten-LEDs zeigten keine Aktivität.
5 Minuten habe ich noch gewartet. Es kam nichts und piepte nicht mehr.

Nun wurde das NAS auch über den Synology Assistenten gefunden, hatte meine vergebene alte IP (aufgrund DHCP), den Status "Migrierbar" und die Firmware 4.2-3211 wurde angezeigt.

Jetzt stellte sich mir die Frage: Reset oder kein Reset? Konfig-Daten weg, oder nicht weg?

Da ja das halbe /root/ weg war, konnte es eigentlich nicht schaden, einen Reset zu machen. Auf der anderen Seite....was noch da ist, ist noch da...
Also hab ich doppelt auf die angezeigte DiskStation im Synology Assistent geklick und es öffnete sich der Browser mit dem Web Assistenten.

Ich war so überrascht/fasziniert, das ich mich entschloss, den Web Assistenten zu benutzen, ohne einen Reset auszuführen.

Diese Schritte habe ich gewählt, mit der Absicht, so viele Einstellungen wie möglich zu behalten.

1.jpg
2.jpg

Nach knapp 5 Minuten war die Installation durch, es piepte ein Mal und ich konnte mich als Admin einloggen.

Augenscheinlich sind zwar alle von mir vorgenommenen alten Einstellungen weg, d.h. durch den Standard ersetzt, aber die Gemeinsamen Ordner existieren noch mit den standard-Rechten und auch sonst macht das Ding auf mich einen gesunden Eindruck.

Schade auf der einen Seite, aber ich bin wirklich begeistert, wie schnell man ein Synology NAS wieder lauffähig bekommt, wenn man/user es mal gehimmelt hat. Meinen Respekt und mein Lob seit an dieser Stelle an die Entwickler bei Synology platziert! Das ganze hat nicht mehr als eine halbe Stunde gedauert.

Also Windows Firewall wieder eingeschaltet, den Synology Assistenten deinstalliert und mich nun an das Wiederherstellen der DSM-Konfig aus einem älteren Backup gesetzt und das Nachklicken diverser Einstellungen gemacht. Schöner Plan für einen Sonntag, aber selber schuld ;-)

Danke nochmal an Frogman: das mit dem Reset war die ausschlaggebende Information für mich. Beim lesen im Wiki ist mir der Punkt Durchführung eines Reset am Gehäuse nicht aufgefallen, weil ich bei einem "Reset" nicht an Wiederherstellung gedacht habe...


Abschliessend sei noch bemerkt, das man im Putty einstellen kann, das ALLES, was man im Terminal sieht, eingibt oder ausgegeben wird, in eine Datei mitgelogt wird. Dies kann für Bauchschmerzen bei Paranoikern oder sicherheitsbewussten Menschen sorgen, ich aber habe aus dem Logfile wichtige Informationen ziehen können, die ich nun beim Neuaufsetzen/Neueinstllen nicht nochmal mühsam aus dem Internet zusammenstellen muss. Ergo Zeitgewinn.
putty.png
 
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Frogman

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Das ist doch genau das, was ich vorhatte.
Oben hast Du aber etwas von Web-GUI geschrieben - aber ich meinte das Aufspielen per PC-Assistenten, das funktioniert auch, wenn Du nicht wirklich in die GUI kommst
 
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