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  1. #11
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    Zitat Zitat von Synchrotron Beitrag anzeigen
    Habe ich einen leeren Schacht, mache ich einen Ersatz als Hotspare: Neue Platte rein, überprüfen, dann als Hotspare einbinden. Wenn das fertig ist, ziehe ich die schadhafte Platte aus dem SHR, die neue übernimmt, und das SHR ist weiter mit 1x Ausfallsicherheit unterwegs. Dabei gibt es für die Ausfallsicherheit keine Lücke, außer die bereits auffällige Platte fällt aus, während die neue noch eingebunden wird.
    Äh die Hotspare wird doch erst eingebunden, wenn die auffällige ausfällt oder entfernt wird. Es gibt also während die Hotspare eingebunden wird in jedem Fall bei SHR vorübergehend keine Ausfallsicherheit.

  2. #12
    Anwender Avatar von Synchrotron
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    Die wichtigste Maßnahme überhaupt, noch wichtiger als ein erstes RAID, ist ein unabhängiges Backup. Das schützt nicht nur gegen ein beschädigtes RAID, sondern zusätzlich gegen andere Formen des Datenverlustes wie Brand, Diebstahl oder Verschlüsselung.

    Ein RAID ist ein Instrument, um die Datenverfügbarkeit zu erhöhen, nicht einfach die Datensicherheit. Es gibt Plattenverbünde wie JOBD oder RAID0 ohne mehrfach angelegte Daten - da wird die Schnelligkeit, mit der Daten bereitgestellt werden, verbessert, und ein einzelnes Volume auf mehrere physische Platten verteilt.

    Ein RAID mit einer Platte Ausfallsicherheit ist eine Maßnahme gegen eine bestimmte Form der Ausfallwahrscheinlichkeit: Es sichert dagegen ab, dass eine weitere Platte in einem Verbund ausfällt, bevor eine, die auffällig geworden ist, aber noch funktioniert, ersetzt werden kann.

    In den allermeisten Fällen hat man genügend Zeit, weil HDDs selten ohne Vorwarnung ausfallen. Meistens werden sie auffällig, die Tests zeigen ansteigend fehlerhafte Sektoren, die Platten werden laut etc. Die Platten heilen sich in Grenzen selbst, werden z.B. einzelne Sektoren als fehlerhaft erkannt, werden die Daten in andere geschrieben etc. Erst wenn es zu wenige gute gibt, oder die Fehler schnell anwachsen, reicht das nicht mehr aus. Das heißt, bevor die auffällige Platte nicht mehr zur Datensicherheit beiträgt, vergeht Zeit.

    Da bleibt in aller Regel Zeit genug zu reagieren.

    Entsprechend sichert ein RAID mit 2 Platten Ausfalltoleranz dagegen ab, dass nachdem eine erste Platte auffällig geworden ist und nicht rechtzeitig ersetzt wurde, eine zweite auffällig wird und ebenfalls nicht ersetzt wird. Erst der dritte Ausfall führt dann zu einem Datenverlust. Da es sich um eine abhängige Wahrscheinlichkeit handelt, ist das abgesicherte Restrisiko nicht 50% dessen eines RAID mit 1 Platte Toleranz, das abgesicherte Restrisiko ist viel kleiner.

    Heißt aus meiner Sicht: Für alle außer wenigen seltenen Anwendungsfällen, die eher bei hoch verfügbaren Systemen im professionellen Anwendungsbereich liegen, sind 2 Platten Ausfallsicherheit nur selten sinnvoll. Kann man machen, bringt bei hohem Aufwand aber wenig.

    Wer sein Schutzniveau verbessern will, sollte lieber in eine USV investieren. Wenn ein RAID schlagartig auf mehreren Platten beschädigt wird, liegt das oft an Spannungsschwankungen. Dagegen sind RAIDs empfindlicher als einzelne Platten, weil sie permanent Daten umlagern und abgleichen. Und zuerst, wie eingangs gesagt, eine gute Backuplösung.
    DS 418play, 10GB, 3x12TB IronWolf, BTRFS, SHR1, Backup auf WDred 10TB in USB-3-Gehäuse
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  3. #13
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    USV steht eh auch schon da! Muss mich aber noch einlesen in Bedienung und Co. Aber es freut mich, wenn ich endlich nur noch eine DS habe, und nicht 3.

    Danke für Deinen Input!

  4. #14
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    Zitat Zitat von synfor Beitrag anzeigen
    Äh die Hotspare wird doch erst eingebunden, wenn die auffällige ausfällt oder entfernt wird. Es gibt also während die Hotspare eingebunden wird in jedem Fall bei SHR vorübergehend keine Ausfallsicherheit.
    Anders gefragt - hieltest Du privat SHR2 für sinnvoll?

  5. #15
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    Zitat Zitat von Synchrotron Beitrag anzeigen
    Ein RAID mit einer Platte Ausfallsicherheit ist eine Maßnahme gegen eine bestimmte Form der Ausfallwahrscheinlichkeit: Es sichert dagegen ab, dass eine weitere Platte in einem Verbund ausfällt, bevor eine, die auffällig geworden ist, aber noch funktioniert, ersetzt werden kann.
    Der Ausfall einer weiteren Platte heißt aber, dass da vorher schon mindestens eine ausgefallen ist, also mindestens 2. Mit nur einer Platte Ausfallsicherheit ist das nicht abzufedern -> RAID im Eimer.

    Zitat Zitat von Synchrotron Beitrag anzeigen
    Entsprechend sichert ein RAID mit 2 Platten Ausfalltoleranz dagegen ab, dass nachdem eine erste Platte auffällig geworden ist und nicht rechtzeitig ersetzt wurde, eine zweite auffällig wird und ebenfalls nicht ersetzt wird. Erst der dritte Ausfall führt dann zu einem Datenverlust.
    Auffällige Platten sind aber noch nicht ausgefallen.

    Ein RAID ohne Redundanz (wegen Plattenausfällen), bei dem im RAID verbliebene Platten auffällig sind, setzt man besser mit ausgetauschten Platten neu auf.


    Privat dürfte es sinnvoller sein, statt die Kapazität einer 2. Platte für RAID6 oder SHR-2 zu opfern, die Kapazität für das Backup zu nutzen. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.

  6. #16
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    Bei mir ist es so - ich habe die Platten "sowieso". Die liegen bei mir jetzt rum, ich hab nen EK von zuletzt 115 Euro für die 6TB Red erwischt!

    Daher ist die Frage, ob ich nicht SHR2 machen soll, in meinen Augen berechtigt.

    Es ist für mich ein Abschätzen zwischen: RAID neu aufbauen nach Ausfall von 2 Platten mit tagelangem kopieren vs 1x 6TB Platte mehr nutzen.. Ich kopiere seit gestern beispielsweise 6TB MKVs, sprich große Dateien. Das dauert ewig. Wenn mir mein NAS abrauscht, kann ich über eine Woche lang kopieren, bis alles wieder passt. Oder sehe ich das falsch? (Sorry, dass ich so "borstig" bin, aber ich will halt nicht übermorgen 1 Woche Arbeit haben, nur weil ich heute 115 Euro zu "geizig" war. ) Bei dem Volumenpreis (DS+6x WD 6TB Red ist eine Platte mehr oder weniger auch schon "egal" für mich) Habe ich sonst irgendwelche Nachteile durch SHR2 statt SHR1?

    Danke XPPro
    Geändert von goetz (24.02.2020 um 14:31 Uhr) Grund: Vollzitat entfernt.

  7. #17
    Anwender Avatar von NormalZeit
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    Nein, Du hast keine weiteren Nachteile.

    Wenn Dir der Platz – auch für die nähere Zukunft – ausreicht, dann kannst Du schon SHR2 (aka RAID-6) machen. Schläft sich dann vielleicht auch ruhiger mit der zusätzlichen Betriebssicherheit.

    Auf meiner RS2414RP+ mit 12x 6 TB Platten habe ich auch ein SHR2 eingerichtet, und zusätzlich noch eine Hot-Spare Platte vorgesehen.

    Zwei weitere 6 TB WD Red liegen als „Cold-Spare“ trotzdem bereit, damit ich Fall der Fälle schnell reagieren kann.
    Gruss aus Franken,

    NormalZeit

    -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    RS2414RP+ (12x 6 TB WD Red), DS918+ (4x 6 TB WD Red und 2x 250 GB Samsung EVO 960 SSD) und DS411 (4x 4 TB WD Red)

  8. #18
    Anwender Avatar von Synchrotron
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    Um auch „borstig“ zu sein - entscheiden musst du das am Ende selbst:

    Du kommst von einem SHR2 nicht mehr zurück auf ein SHR1. Es geht nur neu aufsetzen. Das gilt auch dann, wenn du später größere Platten ergänzst.
    Man sollte es vermeiden, ein einzelnes Volume über die Grenze zu einer Erweiterungseinheit hinaus auszudehnen. Grund: Ein Wackler am Verbindungkabel, RAID kaput. Man kann natürlich ein zweites Volume aufsetzen, um ältere Daten dorthin auszulagern. Das sollte dann ganz auf der EE liegen.

    Bei einer Auslegung gilt folgende Faustregel: Aktuelles Datenvolumen + 5 Jahre Zuwachs (geschätzt).

    Das noch als Input - was du machst, ist dein Ding, und ich bin mir sicher, du wirst dich freuen, wenn es rund läuft (egal wie). Nur darauf kommt es am Ende an !
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  9. #19
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    Danke für den Input von allen bisher!

    Letzte Frage: Wäre es nicht sinnvoller, gleich auf 6 Slots mit SHR1 zu gehen? Ich habe aktuell ~21TB, davon sind ca. 15 belegt. 5TB gehen in 5 Jahren sicher voll, das glaube ich wohl.

    Oder soll ich erst erweitern, wenn das NAS wirklich voll ist?

  10. #20
    Anwender Avatar von Synchrotron
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    Als Faustregel fängt die Performance oberhalb von 80% Belegung an zu schwächeln. Bei großen Volumes liegt die Grenze höher, irgendwo jenseits der 90%. An den 80% bist du schon dicht dran, die 90% reißt du vermutlich in den nächsten Jahren.

    Vorteil SHR1: Die Platten können unterschiedlich groß sein, sobald du 2 größere im SHR hast, bekommst du Nettogewinn an Speicherplatz. Also z.B. 6*6TB in einem SHR1, es wird knapp. Du ersetzt 2x 6 durch 2x 10TB. Nettogewinn 4TB, 4TB werden für die Datensicherheit benötigt. Mit jeder weiteren 10TB-Platte kommen weitere 4TB dazu.

    Bei einem RAID5 passiert das nicht, der zusätzliche Platz bleibt ungenutzter Überhang.

    Genaueres siehst du im Synology-RAID-Rechner:

    https://www.synology.com/de-de/support/RAID_calculator
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