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    Anwender Avatar von itari
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    Standard Kriterien für einen NAS-Vergleich

    Ich möchte mit diesem Thread mal ein Thema anschneiden, was sicherlich für alle potentiellen Kaufinteressenten spannend sein könnte, nämlich Kriterien und Szenarien für einen reellen NAS-Vergleich zu sammeln.

    Klar ist mir, dass jeder andere Kriterien für seinen Kauf hat (Preis, Datenmenge, Anwendungsvielfalt usw. und man das nicht verallgemeinern kann. Auch klar ist, dass die private Nutzung eine andere ist, als die gewerblich/betriebliche Nutzung (Büroeinsatz). Deswegen kann das eine oder andere für jeden einen anderen Stellenwert haben.

    Ich finde, dass man bei allen Vergleichen immer die gleichen Voraussetzungen berücksichtigen sollte und auch ruhig bei Abweichungen dazu sagen sollte, was abweicht, damit man selbst entscheiden kann, ob man noch Äpfel mit Äpfeln vergleicht oder schon mit Birnen.

    Man darf auch davon ausgehen, dass es bei den NASen auch Varianzen innerhalb einer Serie gibt (hab hier im Forum viel darüber gelesen, was die Lautstärke angeht).

    Sinnvoll ist dabei, dass man verschiedene Plattenmodelle zur Hand hat (also mindestens 3 Hersteller mit mindestens 3 verschiedenen typischen NAS-Plattentypen und je 5 gleichen Exemplare für die großen Systeme) und diese (dieselben) dann in allen zu vergleichenden NASen mit einem (immer hergestellten) Zero-Format einbaut, um sie durch die jeweilige NAS einzurichten/zu formatieren. Das gleiche würde auch gelten für den Test von externen Platten (3 Hersteller, 3 Modelle, mindestens 3 Exemplare wegen der Varianz). Wenn man dann die Test durchführt, merkt man schnell, dass es eine nicht unbeträchtliche Menge Kombinationen gibt (3 x 3 x 3 x Anzahl der Plattenslots x Anzahl aller Permutationen) und allein das Ein- und Ausbauen kostet richtig Zeit. Aber nur so sind Abweichungen zwischen den Plattenmodellen, in einer Serie und zwischen verschiedenen Modellen auszumachen.

    Fangen wir mal an mit einer Energiebilanz der NASse, also wie viel Strom sie verbrauchen. Dabei könnte man die folgenden Szenarien unterscheiden:

    - Netzteilverbrauch ohne NAS-Aktivität (also ohne Kontakt, und mit Kontakt zu einer NAS)
    - Standby (ohne eingebaute Platten, mit 1 Platte, voll bestückt)
    - WoL-Standby (ohne eingebaute Platten, mit 1 Platte, voll bestückt)
    - Disk-Spin-Down (mit 1 Platte, voll bestückt)
    - Unload-Cycle (nur mit Platten, die das auch eingebaut haben; 1 Platte, vollbestückt)
    - minimale Last (Zugriff nur auf 1 Platte, Zugriff auf alle Platten (jeweils differenziert nach RAID0, RAID1, RAID5, JBOD, LVM usw.)
    - mittlere Last (Zugriff nur auf 1 Platte, Zugriff auf alle Platten (jeweils differenziert nach RAID0, RAID1, RAID5, JBOD, LVM usw.)
    - maximale Last (Zugriff nur auf 1 Platte, Zugriff auf alle Platten (jeweils differenziert nach RAID0, RAID1, RAID5, JBOD, LVM usw.)

    Bei diesem Test könnte man auch gleich die Lautstärke* und Temperatur (Plattentemperatur** pro Platte, Gehäusetemperatur, Prozessortemperatur, Platinentemperatur) mit messen. Varianten: Außentemperatur 15°, 20°, 25°, 30°

    * 1 m Entfernung, von allen 4 Seiten // direkt beim Anschalten, nach 10 Minuten, nach 3 Stunden Betrieb
    ** bei Platten kann es 2 Temperaturen geben

    Wichtig bei den Tests ist die Differenz zwischen dem Anteil, den die NAS hat und dem, den die Platte(n) verursachen.

    Aus den Testergebnissen könnte man dann ableiten, welche NAS im Kombination mit welchen Platten eine günstige Energiebilanz hat (Schall und Wärme sind ja auch Energieelemente), welche Kombination im Verhältnis zum Datenvolumen Spitzenreiter ist und welche sich am Ende einreihen. Dann könnte man Einsatzszenarien definieren:

    - 24/7 Betrieb
    - 12 Stunden-Betrieb (durchlaufend)
    - 12 Stunden-Betrieb (mit Spin-Down, WoL, Unload-Cycle)
    - 6 Stunden-Betrieb (mit Spin-Down, WoL, Unload-Cycle)
    - 3 Stunden-Betrieb (mit Spin-Down, WoL, Unload-Cycle)

    und die Energiebilanz pro Einsatzszenario für 12 Monate hoch rechnen und vergleichen.

    Ich hör an dieser Stelle mal auf. Es ist aber keine Hexerei, sich weitere Kriterien und Vergleichsszenanien zu Performance, Sicherheit, Nutzen, Bedienung, Erweiterbarkeit usw. vorzustellen.

    Es sollte jedem auffallen, dass wenn man die bedeutsamen NAS-Hersteller (sicherlich mehr als 30) und deren Produkte (pro Hersteller sicherlich mehr als 5) mit den Platten kombiniert, es schon eine Jahresarbeit wird, sowas zu testen. Ich denke, dass man sowas auch nicht vollständig machen wird, weil es einfach zu teuer ist. Insofern muss man dann schon die Szenarien parzelieren. Allerdings kann man dann eben keine (!) allgemein gültigen Aussagen mehr machen und das muss man sich dann auch offen und öffentlich eingestehen: Man hat dann ein Testergebnis, das für sich gesehen, nicht viel Wert ist. Auch so etwas ist ja ok, man muss es ja nur wissen.

    Itari

    PS. Alle hier angestellen Überlegungen sind natürlich weder methodisch in irgendeiner Form abgesichert noch genügen sie den minimalsten statistischen Bedingungen einer Testung. Mir ist das sehr wohl bewußt ... nichts desto trotz kann man mal so beginnen ... die Tests einer Automobilzeitschrift sind auch nicht vergleichbar zu den Tests beim Militär oder bei der Qualitätsicherung oder bei der Forschung ... finden trotzdem ihre Leser ...
    Geändert von itari (18.06.2010 um 12:42 Uhr)
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