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Matthieu's Gedankenstrudel

"Möchten Sie ihren Strom lieber mit Internet oder USB?"

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Angeregt durch:
http://www.golem.de/news/handys-eu-d...302-97339.html

Wer nicht gerade auf eine der Abkürzungen für diese Technologien gestoßen ist oder beruflich damit zu tun hat, dem dürfte "Power over Ethernet" und "USB Battery Charge / USB Power Delivery" wohl nicht viel sagen.

Das besondere an ihnen: Obwohl die jeweiligen Schnittstellen (Ethernet, also Kabelnetzwerk, und USB) eigentlich zur Datenübertragung gedacht sind, wird auf technisch unterschiedliche Weise ebenfalls Strom übertragen. Und obwohl der Zweck so identisch scheint, sind die Hintergründe doch umso unterschiedlicher. Während Power over Ethernet ("PoE") meist verwendet wird, um kleine oder fernab betriebene Netzwerkgeräte zu versorgen, ist USB eher dazu gekommen, weil es eben möglich war und viele Geräte ohnehin schon USB-Anschlüsse hatten/haben.

2009 war es dann soweit, dass man erstmals theoretisch auch kleinere Notebooks über PoE+ laden konnte. Doch die Verbreitung dieser Technologie kommt nur langsam voran und obwohl damals schon von Rasierapparaten mit Ethernet-Anschluss gesprochen wurde, lässt sich bisher kaum ein "Alltagsgerät" über PoE/PoE+ aufladen. Die aktuelle Entwicklung hin zu Ultrabooks macht die Situation nicht besser: Meist sind Ethernet-Anschlüsse dort aufgrund ihrer Baugröße nicht mehr vorgesehen und kommen so als Energiequelle kaum noch in Frage. Mit den, insbesondere im oben verlinkten Artikel beschriebenen, Entwicklungen von USB und dem öffentlichen Interesse an einheitlichen Ladegeräten wird nun USB wohl eher den Platz, zumindest bei Kleingeräten, einnehmen können den sich auch PoE einst erhofft hatte. Doch sind die Chancen andere.

Wie dem auch sei, PoE dürfte dennoch nicht so schnell zu verdrängen sein. Im Synology-Umfeld hat sich insbesondere bei Netzwerkkameras diese Technologie durchgesetzt. Selbst in der untersten Preiskategorie muss man darauf mittlerweile nicht mehr verzichten. So wird am Garagentor oder an der Grundstücksgrenze kein Stromkabel mehr benötigt. Ein leicht zu verlegendes Ethernet-Kabel reicht aus, um die Kamera mit allem notwendigen zu versorgen. Schließt man den PoE-fähigen Switch dann noch an eine USV an, kann man mit wenig Aufwand selbst größere Überwachungsanlagen gegen Stromausfall schützen.

Bleibt zu hoffen, dass USB zumindest in einem Punkt PoE nachfolgen wird: Inkompatibilitäten zwischen Herstellern sind bei letzterem nämlich rar, u.a. dank ausgereifter Standards.

Aktualisiert: 04.02.2013 um 12:54 von Matthieu

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