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openmind #om11 - Oder was ist 'technologischer Fortschritt'?

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Gelegentlich findet man interessante Veranstaltungen. So ist auch "openmind #om11" (sprich: openmind hashtag om11) ganz sicherlich eine, denn eine Reihe Referenten kenne ich persönlich. Persönlich??? Nein, nicht wirklich, ich kenne sie aus Twitter, aus Blogs und Facebook. Sie vertreten Meinungen, die mich anregen über Themen nachzudenken und ich komme häufig zu ähnlichen Einschätzungen wie sie. Sind das dann Freunde im Geist?

Es ist immanent. Sozialkontakte werden durch soziale Netze hergestellt und man empfindet (geistige) Freundschaften, weil man den Gedanken der anderen folgen kann. Mehr vielleicht als den 'Freunden' aus der ersten Welt (in Abgrenzung zu SL = second life). Und ja, es ist keine bedingungslose Freundschaft, sondern es wird gerungen, angeregt, beleidigt, gezofft und auch getrennt ... wie im wirkliche Leben sind Höhen und Tiefen dabei. Allerdings anders als im (Video-)Chat oder in-Game (MMORPG) ... ein wenig distanzierter und vielleicht auch anonymer. Aber dennoch mit Herz und Verstand und auch tagesaktuell an den Themen, die uns alle so bewegen - Google news sei dank. Ist das die Änderung im Kommunikationsverhalten, die vielerorts so beschworen wird und denen man sich in Veranstaltungen wie 'openmind hashtag om11' widmet?

Ich kann leider nicht zu der Veranstaltung hinfahren. Hmm, bei dem Gedanken an die 'technologischen Möglichkeiten' müsste ich es doch auch nicht ... gibt es keine Konferenzsoftware, die mir die Teilnahme hautnah ermöglicht? Sollte das nicht gerade der Knackpunkt für die kommunikative Neuerung sein, die als Thema dran kommt: "egal wo, egal wann, ich bin dabei". Oder ist das Beisammensein (ohne Medien, Technologien und Netzwerk) notwendig für die Erkenntniserzeugung und den Gedankenaustausch? Dann würde sich das Thema doch ad absurdum führen. Auf gut Deutsch: Man sagt, dass technologischer Fortschritt alles umkrempelt und total anders macht, weil ja alles total anders ist und die Menschen auf der ganzen Welt in einem im Dorf leben. Wozu braucht man dann eine Life-Konferenz (Neusprech: Barcamps), um sich das hautnah (oder mit etwas Abstand) von Experten erzählen zu lassen und auch zu diskutieren oder zumindest denen zuzuhören, die sowieso immer diskutieren? Hmm ...

Da wäre noch die Frage: Wieso sind die Piraten im Impressum? Ist das jetzt eine Veranstaltung der Piratenpartei?

Die Piratenpartei ist ja an und für sich nichts Schlimmes oder Ehrenrühriges. Sie ist ja gerade im Aufwind und viele Deutsche finden, dass sie erfrischend anders ist, als die etablierten Parteien. Nun gut, das ist ja auch nicht sonderlich schwierig *gg*. Es ist auch charmant, dass man noch nicht auf alle Fragen der Welt eine perfekte Antwort hat. Mut zur Lücke. Besser als eine Antwort, die man dann auch gleich wieder oder nach der Wahl relativieren muss. Erscheint ehrlicher. Denn so einen Grundüberzeugung ist ja da, die einem gefällt und auch nicht unsympathisch macht ... für Freiheit im Netz ... gegen Internetsperren usw. Ich bin auch auf einer Mailing-Liste des örtlichen Piraten und auch da kümmert man sich (wie Robin Hood) um die Entrechteten und ist gegen die Geheimniskrämerei in staatstragenden und demokratische gewählten Kreisen. Gegen Filz und Mauschelei ist ja erst einmal gar nicht schlecht. Und solches scheint ja auch beileibe kein Unikum zu sein.

Auf der anderen Seite ist halt die Frage, ob man bei den Piraten so etwas wie 'Grundwerte' hat. Jetzt meine ich nicht ein Parteiprogramm, sondern eher so informell: wie z. B. "Bevorzuge immer einen Parteigenossen gegenüber einem anderen 'normalen' Menschen (also das Vitamin-B oder Seilschaften-Prinzip)." Oder: "Egal ob Männlein oder Weiblein!" statt: "Wann immer ein Weib es machen will, soll sie Vorrang haben (wir sind die/für Quote-Prinzip)." Oder: "Egal bei was, ich werde nie Informationen der Öffentlichkeit vorenthalten und auf jeden Fall immer die Wahrheit sagen (gemäß Amtseid: Wahrheit und Gerechtigkeit gegenüber jedermann ...)" Oder: "Wer zu blöd fürs Internet ist und bei Facebook alle seine persönlichen Daten angibt, muss sich nicht wundern, dass er Problem hat/bekommt ... ätsch!!! (ich hab die Weisheit mit Löffeln gefressen und bin Experte-Prinzip)" Oder: "Ich kann Porsche fahren und gleichzeitig für die Sozialschwachen eintreten (Spagat zwischen öffentlichen und privaten Selbstbild-Prinzip)." Diese Aussagenbeispiele sind rein fiktiv; sie sollen nur veranschaulichen, was ich mit 'Grundwerten' meine, die so den Charakter einer Partei ausmachen.

Da stellt sich zum Beispiel auch mal die Frage: Ist ein Pirat für oder gegen den Krieg in Afghanistan? Oder: darf die Polizei auch per Facebook-Profil nach Verbrechern/Terroristen fahnden? Schwierige Geschichten und ob eine Mitgliederbefragung da so richtig weiterhilft?

Aber zurück zu der Veranstaltung. Geht wer hin und wenn ja, wieviele?

Itari
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