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Matthieu's Gedankenstrudel

Oracle zwischen Image und Wirklichkeit

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Lang, lang hat man von Oracle nichts gehört wenn es um OpenOffice ging. Die Entwicklung lief weiter, wenn auch offenbar nicht mehr ganz so flüssig, und ab und zu tauchte daher auch eine Pressemeldung auf. Doch dann dauerte es der Community zu lange. Es gab und gab kein offizielles Statement zu OpenOffice.org das mit dem Kauf von Sun ebenso wie viele andere Projekte und Produkte an Oracle überging. Leider hat Sun seinerzeit die Namensrechte an OpenOffice.org erworben, weshalb die Community nicht einfach ohne Oracle die Entwicklung fortsetzen konnte. Was dann kam, überraschte einige, war für die Community jedoch die schlichte Konsequenz der Ereignisse. Der Fork LibreOffice entstand und mit ihm ein Verein der sämtliche Rechte unabhängig von kommerziellen Interessen inne hat. Dieser Verein ist mittlerweile in Deutschland gegründet worden und noch viel mehr ist passiert.
Soweit also zur bekannten Geschichte. Warum rühre ich wieder in diesem Thema herum? Es ist mal wieder Oracle ...

http://emeapressoffice.oracle.com/Pr...ject-1ca6.aspx
Unter dieser Adresse findet sich eine Pressemitteilung in der Oracle den künftigen Weg von OpenOffice.org verkündet. Und siehe da: Nach einem Jahrzehnt soll das Projekt in eine eigene Stiftung/einen Verein überführt werden. Was vor einem Jahr noch bejubelt worden wäre, ist heute belächelt. Für Oracle sieht es so aus, also möchte man noch ein wenig vom Image retten. Aber da sind eigentlich noch mehr OpenSource-Projekte die auf ähnliche Aussagen warten ... naja. Kennt man ja: Wenn nur genug Radau gemacht wird, kommt irgendwann sogar mal eine Antwort. Dennoch: Der Schritt der Community war und ist richtig. Oracle hat so oder so weiter an Gesicht verloren, denn für die Entwickler und Anhänger ist dies sicherlich kein Trost, sondern höchstens ein Hilfeschrei um Aufmerksamkeit (LibreOffice war erstaunlicherweise sehr viel schneller mit den Entwicklungen vorangekommen) und für Business-Kunden hängt jetzt die Kauf-Variante in der Schwebe. Auch die Zukunft der angekündigten Cloud-Office-Variante ist ungewiss. Ich hatte mich ja bereits sehr positiv gegenüber einem reinen Online-OpenOffice geäußert.

Auf meinen PCs hat LibreOffice mittlerweile OOo längst ersetzt und das wird sich auch nach dieser Ankündigung nicht ändern. OOo ist verloren, denn der Zug ist schon längst abgefahren und die wenigen Entwickler die noch an OOo hängen, werden wohl kaum alleine ein solches Projekt bewältigen können, wenn man sieht wie viel Arbeit bereits in den Fork gewandert ist.
Stichworte: libreoffice, oracle
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