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Matthieu's Gedankenstrudel

Die EU und das Urheberrecht - "The Never Ending Story"?

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Während die USA beim Thema Urheberrecht in ihren althergebrachten Weltvorstellungen verhaftet zu sein scheint und sich der Einfluss des Geldes in Washington mal wieder zu stark bemerkbar macht, hat man in der EU bisher noch glauben können, man würde wenigstens objektiv mit den Alternativen umgehen. Doch auch diese Fassade ist schon oft geflickt und hat jetzt ein weiteres Loch bekommen. Ich bin prinzipiell gegen Lobbyisten in der Politik, aber man kann nicht einfach davon ausgehen, dass jemand sämtliche Verbindungen und finanzielle Abhängigkeiten abgelegt hat, nur weil er seit ein paar Jahren nicht mehr aktiv in der Branche ist. Telefonnummern sind gespeichert und Papier ist geduldig. Wenn es um derartige Summen geht, hört sich selbst der Satz "Es ist nicht fair anzunehmen, Maria Martin-Prat sei voreingenommen, weil sie für einen Teil ihrer Karriere den öffentlichen Dienst verlassen und für die Musikbranche gearbeitet hat" (Quelle siehe unten) wie Spott an der Allgemeinheit an. Bei der aktuellen Situation ist eben jene Frau Martin-Prat jetzt in der Position zu beweißen, dass sie Distanz zur Wirtschaft gewonnen hat. Da genügen keine Beteuerungen.

Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldu...n-1223757.html

Aber als ich dann heute die nächste Nachricht über Urheberrecht lesen durfte, war mein einziger Gedanke dass es keine Lobbyisten braucht, damit das Geld seinen Weg findet. Mich würden wirkliche Argumente über das Thema interessieren, denn ich kann mir schwer vorstellen warum genau man urplötzlich das Urheberrecht verlängern solle - wenn es nicht um Geld geht. Die Problematik von Beatles und Rolling Stones wird ja in dem Artikel bereits angesprochen ...

http://www.heise.de/newsticker/meldu...k-1224511.html
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Kommentare

  1. Avatar von itari
    Ich bin prinzipiell gegen Lobbyisten in der Politik
    Ich nicht.

    Ich denke, Lobbyisten müssen sein, denn wie sollten sonst Interessenvertreter ihre Vorstellungen der Politik bekannt machen. Auch Verbraucherschutzverbände, Gewerkschaften und viele Stiftungen machen Lobbyarbeit. Das wogegen sich die meisten aussprechen oder ein schlechtes Gefühlt dabei haben, ist, wenn Lobbyisten, die Politiker zu stark beeinflussen und/oder man den Einfluss nicht erkennen kann. Deswegen gehört es sich, dass es eine Lobby-Liste gibt (wurde gerade diese Woche von den Regierungsparteien abgelehnt) und dass darüber aufgeklärt wird, wann sich welcher Politiker mit Lobbyisten zum Essen trifft und dann bezahlt (Angelas Kalender) und welche Gesetzesvorlagen aus welcher Feder stammen. Also die mangelnde Transparenz, was alles Ergebnis einer Lobbyarbeit ist und welche Politiker sich wie stark beeinflussen lassen (ich sag mal gerade nicht: sich kaufen lassen). Es sollten eben nicht so sein, dass der Lobbyist mit dem meisten Geld und dem meisten Einfluss unbekannt bleibt. Denn was transparent ist, ist auch angreifbar und das (!) sollte gerade ja die Leitidee für politisches Verhalten an und für sich sein: eine offenen und lebendige Streitkultur und Wahlen, wo man nicht die Katze im Sack wählt.

    Euer Itari
  2. Avatar von Matthieu
    Meinungen müssen geäußert werden und das kann auch gern vor den Augen der Politiker geschehen. Aber: Jeglicher Geldfluss oder sei es der Fluss materieller Art sollte unterbunden werden. Das fängt bei Abendessen an und hört bei Aufsichtsratsjobs nach der Amtszeit nicht unbedingt auf. Insofern kann "Lobbyarbeit" nach dieser Vorstellung von den Entwicklern/Forschern genau so (oder sogar noch besser) betrieben werden wie von hoch bezahlten "Experten" auf dem politischen Parkett. Was Transparenz angeht, stimme ich dir aber voll und ganz zu. Sicherlich steht es auch jemandem zu diese Lobbyarbeit zu koordinieren, aber selbst dann ist man weit weg von Abendessen usw.