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Matthieu's Gedankenstrudel

SmartHome: Die gefundene Zukunft

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Obligatorischer Disclaimer: Dieser Artikel bezieht sich auf meine persönliche Erfahrung in Verbindung mit meinen persönlichen Anforderungen. Andere Anforderungen führen auch zwangsläufig zu einer anderen Einschätzung. Natürlich interessieren mich eure Meinungen, siehe Forums-Link am Ende des Beitrags.

Nachdem mein letzter Blog-Beitrag zu Smart Home schon wieder etwas älter ist, möchte ich an diese Beiträge und ihre wirklich tollen Diskussionen (danke nochmal an alle Beteiligten, insb. JoGi65) gern anknüpfen.
Zwischenzeitlich hat sich für mich auch die Ausgangslage verändert. Während es bisher um ein System ging, dass zumindest in wesentlichen Teilen (bspw. Wärmeerzeuger) unveränderbar war, durfte ich letztes Jahr von Grund auf neu planen und errichten. Um die Grundsatzdiskussion vom letzten Beitrag kurz zu beantworten: Aufgrund des Neubaus ist es KNX geworden. Die Anlage hat nun ihren 80% Stand erreicht und der WAF ist damit erfüllt. Alles andere sind Goodies, die auf Dauer den Mehrwehrt eines Smart Home aufzeigen sollen, aktuell aber auch viel Zeit und Geld verschlingen würden. Vorteil eines Neubaus ist immer, dass man die finanziellen Reserven vorab mit angeben kann. Klar kommt es bei einem Hausbau stets etwas anders, aber es macht einen Unterschied ob ich mit einer klassischen Elektroinstallation plane oder mit KNX.

Warum KNX?
Schlussendlich waren es doch die "klassischen" Argumente Zuverlässigkeit, Dezentralität und Herstellerunabhängigkeit. Die Auswahl ist schier unendlich. Lustigerweise stammen fast alle Komponenten bei mir derzeit von einem Hersteller, was vor allem am dortigen Preis-Leistungsverhältnis liegt. Ein Mittelständler kann richtig aufgestellt eben schneller und günstiger am Markt agieren als ein Großkonzern. Die Kosten für einen "voll erschlossenen" Raum in der Grundausstattung liegen damit bei ca. 300€-350€ (Bewegungsmelder, Taster für komplexere Schaltvorgänge und Szenen, Aktorkanal für Licht, Heizungskanal).
Ausfälle oder Unzuverlässigkeiten hatte ich noch keine. Die Stromversorgung wird über zwei Stromkreise (zwei FIs) gespeist und kann daher den Ausfall eines FIs ausgleichen. Wenn der Strom ganz weg ist, interessiert mich auch nicht ob die Relais noch schalten ...

Wirklich spannend wird es bei KNX dann bei Themen, die Loxone und co schon nativ im Bauch haben: Visualisierung und Logik. Für letzteres gibt es (umständlich zu konfigurierende) Geräte die man direkt auf den Bus hängen und über den gewohnten KNX-Weg programmieren kann. Für die Visualisierung braucht man dann aber einen Netzwerkanschluss und fast immer zusätzliche Software oder Weboberflächen. Auch kann man hier viel Geld lassen. 1000-2000 Euro sind da durchaus üblich.
Ich habe viel ausprobiert, was man für "umsonst" bekommt und auf einer DS laufen lassen kann (dank Docker und VM ziemlich viel). Der erste Kandidat an dem ich längere Zeit gearbeitet habe, war Edomi. Eine Software die mal unter der GPL stand, nach einigen "Unklarheiten" bzgl. Lizenzierung nun Freeware ist. Dort kann man unfassbar viel konfigurieren aber spätestens bei der Visualisierung wird das zum Hindernis. Meist nutzt man nur einen Bruchteil der Optionen. Das programmatische Erzeugen von reinen Anzeigefeldern ist leider nicht möglich. Das heißt um den Status von zehn Lampen zu visualisieren brauche ich, gemessen an dem was man bei KNX alles visualisieren kann, ziemlich lange.

Nach längerer Recherche bin ich dann über diverse Dienste gestolpert, die eigentlich auf IoT abzielen - viele besitzen aber auch KNX-Plugins. Entschieden habe ich mich, Stand heute, für Node-Red. Obwohl ich mit Javascript noch nie zu tun hatte, ist das Schreiben von Funktionen in Node-Red für mich recht intuitiv. Die Besonderheiten von Node, npm usw. bleiben weitestgehend abstrakt und dank Docker habe ich ein aktuelles, lauffähiges, minimales System. Mit Node-Red kann man unfassbar viel machen und auch eigene Dinge implementieren. Wer keine Programmiergrundlagen hat, wird damit vermutlich nicht glücklich, denn "ab Werk" bekommt man recht wenig Funktionen. Node-Red baut scheinbar darauf, dass man sich vorhandene Funktionen anpasst oder eigene schreibt. Größter Vorteil: Über Dashboard gibt es eine gut integrierte, skalierbare und Endgeräteunabhängige Visualisierungslösung. Bei Edomi muss man die Displaygröße fest hinterlegen. Bei Node-Red ist das nicht der Fall.

Aktuelle Baustelle ist die Einbindung meiner Buderus-Heizung. Eigentlich will Buderus einen Baustein verkaufen der auf KNX zugreifen kann. Kostenpunkt 200-300€. Die aktuellen Geräte haben aber alle ein LAN-Kommunikationsmodul, was die gleichen Infos preisgibt, wenn man weiß wie (natürlich nicht offiziell dokumentiert). Wer die Geschichte dazu kennenlernen will, sollte mal in Richtung IP-Symcon nach KM200 suchen. Da findet man die ganze Geschichte recht zügig.

Auf der Hardwareseite möchte ich Strom, Wasser und Gaszähler gern auslesen. Da läuft derzeit die Sensorbeschaffung.
Ich habe mir vorgenommen, demnächst noch mehr hier zu schreiben um ein bisschen zu erzählen. Mal sehen was daraus wird.
Wie gehabt, noch ein Link zur Diskussion:
http://www.synology-forum.de/showthr...undene-Zukunft

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