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Matthieu's Gedankenstrudel

Smart Home: meine Geschichte und die Suche nach der Zukunft

Bewertung: 3 Stimmen mit einer durchschnittlichen Bewertung von 4,33.
Obligatorischer Disclaimer: Dieser Artikel bezieht sich auf meine persönliche Erfahrung in Verbindung mit meinen persönlichen Anforderungen. Andere Anforderungen führen auch zwangsläufig zu einer anderen Einschätzung. Natürlich interessieren mich eure Meinungen, siehe Forums-Link am Ende des Beitrags.

Nachdem es im letzten Artikel ja schon um meine persönlichen Erfahrungen mit Notebooks ging, möchte ich in dieser Serie gern fortsetzen, denn der folgende Erfahrungsaustausch war für mich sehr interessant.

Wie aus der Überschrift schon ablesbar, geht es dieses Mal um Smart Home (oder wie man es auch immer schreiben möchte). Und wieder gibt es eine "Vorgeschichte", wenn auch eine etwas ungewöhnliche. Stein des Anstoßes war einst (vor etwa 5-6 Jahren) die Heizung. Den vier verschiedenen Wärmeerzeugern, von selbst steuerbar (Kamin) bis überhaupt nicht beeinflussbar (Solar), wurde irgendwann keine Steuerung von der Stange mehr gerecht. Anfangs ging das alles noch mit ein paar zusätzlichen Schaltern und händischer Intervention (zum Beispiel um auf teurere Heizmethoden zu verzichten wenn im Laufe des Tages noch mit Sonne zu rechnen war), aber mit der Zeit war das ebenso fehleranfällig wie müsehlig.
Die Lösung lautete für mich damals Arduino. Der Selbstbau mutet rückblickend sehr abenteuerlich an: Ein paar Komponenten nebeneinander befestigt und mit vielen wilden Kabeln verbunden. Das Resultat: Nach viel Arbeit hatte ich zunächst ein gut laufendes System. Schnell wurden aber die Nachteile deutlich: Für Updates des Programms musste ich stets mit USB-Kabel zum Arduino. Die Programmierung selbst ist nicht so flexibel wie ein klassisches SPS-Programm. Externe Module arbeiten nicht einwandfrei, ...
Und dann kamen noch die Ausfälle dazu. Bei dauerhaftem Betrieb hängt sich z.B. das Ethernet-Board ca. wöchtentlich auf, das 1-wire-Netzwerk kämpft mit ähnlichen Problemen und Hardware-Ausfälle setzten dem dann die Krone auf.
Letzten Winter habe ich dann die Notbremse gezogen und den Selbstbau abgebaut. Ersatz ist eine Logo SPS. Genau genommen zwei Stück - eher zwecks Aufgabenteilung und wegen Platzproblemen. Aus SPS-Sicht wäre da noch viel Platz gewesen. Das System arbeitet bisher ohne einen einzigen Ausfall und hat mir eine gänzlich andere Welt eröffnet. Wenn ich zusammenrechne was der Selbstbau gekostet hat (Arduino Mega, RTC, Display, Relais-Board), ist eine Logo kaum teurer, dafür aber durchgetestet und stabil.

Diese Aktion hat mir sehr deutlich die Nachteile einer Selbstbau-Lösung vor Augen geführt - auch wenn zugegebenermaßen so ziemlich alles schief gegangen ist was schief gehen konnte, wenn man von einem Totalausfall absieht. Aber auch die Rahmenbedingungen haben sich in diesen Jahren geändert. Der Preis ist nicht mehr Priorität 1, weil mir meine Zeit mittlerweile mehr wert ist als was man mit DIY spart. Dabei geht es mir weniger um den eigentlichen Aufbau - das macht man ja auch aus Bastellaune und Spaß. Ich meine vor allem die Stunden Fehlersuche wenn etwas nicht geht wie gewünscht. Oder auch die Software-Pflege die speziell jetzt immer relevanter wird.

Die Zukunft

Die Heizungsanlage ist aber nicht die einzige DIY-Lösung in diesem Zusammenhang. Auch die Raumsteuerung (Fußbodenheizung) ist selbst gebaut und schon eher eine Erfolgsgeschichte. Die Lösung funktionierte beinahe auf Anhieb und hatte nur mit zwei Defekten 1-wire-Sensoren in fünf Jahren zu kämpfen. Ansonsten habe ich keine Modifikationen an den Arduinos in diesem Zeitraum vorgenommen.
Doch die erwähnte Software-Pflege schlägt jetzt PHP-seitig zu und würde wieder einige Stunden verschlingen. Nun wächst die Begierde, auch hier auf eine bewährte Lösung zu setzen. Doch damit beginnt ein neues Dilemma. Wie soll diese Lösung aussehen?

Die Lösungen im Überblick

Ich habe bereits etwas Zeit in Recherchen investiert und hier folgen nun meine Überlegungen dazu. Mit Hinblick auf den obigen Disclaimer: Es geht primär um eine Raumsteuerung für die Heizung. Mehr ist wünschenswert, aber kein zwingendes Kriterium. Auch ist noch nicht absehbar, wie sich das Thema weiterentwickeln wird.

KNX: Der Klassiker und Platzhirsch. Hier ist die Diskrepanz zur DIY-Lösung im Preis auch am größten. Angefangen von der Konfigurationssoftware bis hin zu den Preisen der Einzelkomponenten. Die vertretenen Markenhersteller verlangen für Schalterprogramm und Aktoren große Preise für ihr großes Angebot.

Homematic: Ebenfalls ein Klassiker, allerdings herstellerabhängig. Großer Pluspunkt: Preise und Vielfalt. Nachteil: Die Software und auch einige der Geräte wirken optisch altbacken. Auf Bastellösungen zur Kompensation von Unzulänglichkeiten im Ökosystem möchte ich eigentlich verzichten.

Loxone: Hier betreibt jemand sehr gutes Marketing und deswegen habe ich mich mit Loxone bisher auch am meisten beschäftigt. Mit "Air" und "Tree" gibt es gut integrierbare, gleichwertige Lösungen mit und ohne Kabel. Gleichwohl ist Loxone recht teuer, speziell die Module kosten gutes Geld. Ich könnte aber auf die bestehende 1-wire-Infrastruktur zurückgreifen. Es ist aber ein goldener Käfig, ein weitestgehend geschlossenes System. Über KNX in Verbindung mit Loxone liest man wenig motivierendes. Außerdem wäre mit KNX für eine solche "Nebenrolle" zu teuer. Großer Pluspunkt außerdem die Raumsteuerung der Heizung, die "mitdenkt" und vorab heißt damit zu einem bestimmten Zeitpunkt eine gegebene Temperatur vorliegt.

Comexio: Gefällt mir vor allem wegen der Weboberfläche. Was mir ein wenig fehlt ist eine sichere Aussage zur Zukunftsfähigkeit eines solchen Systems. Hier scheint mir Comexio weniger "Commitment" zu zeigen (sorry, mir fällt kein anderes Wort ein) als Loxone, auch wenn beide Lösungen auf den ersten Blick ähnlich sind. Erfahrungsberichte sind hier besonders willkommen!

SPS-Eigenbau: Was Loxone und Comexio machen lässt sich natürlich auch selbst bauen. Logo und S7 sind über Starterkits recht günstig im Einstieg und auch in der Erweiterung durchaus bezahlbar. Nur auf günstige Lösungen wie 1-wire braucht man da nicht zu warten. Da müsste schon etwas anderes/neues her. Auch wäre der Programmieraufwand mangels "Spezialblöcke" für Hausautomatisierung wohl größer. Der Fokus einer S7 ist eben doch etwas anders.

Die Pro-Contra Liste ist jetzt etwas kürzer ausgefallen als ich eigentlich wollte, aber jetzt interessieren mich vor allem eure Erfahrungen! Die Details werden dann in der Diskussion schon noch klarer werden

Siehe auch / Inspiration für diesen Artikel: http://smarthomebau.de/smart-home-an...-vs-homematic/

Und jetzt freue ich mich auf euer Feedback!
Diskussion wie gehabt im Forum: http://www.synology-forum.de/showthread.html?77262
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