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Matthieu's Gedankenstrudel

Thinkpad "Workbook" vs. Ultrabook - ein persönliches Resümee

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Ein Disclaimer vorab: Dieser Artikel bezieht sich auf meine persönliche Erfahrung in Verbindung mit meinen persönlichen Anforderungen. Andere Anforderungen führen auch zwangsläufig zu einer anderen Einschätzung. Natürlich interessieren mich eure Meinungen, siehe Forums-Link am Ende des Beitrags.

Seit mittlerweile gut dreieinhalb Jahren bin ich Thinkpad-Anwender und habe, trotz aller Kritik die hier noch folgen wird, dies nie bereut. Es sind robuste Geräte die viel aushalten. Obwohl ich tagtäglich auf diese Geräte angewiesen bin, hatte ich noch keine Hardware-Ausfälle (nur Kleinigkeiten wie eine weggebrochene Plastik-Nase welche mir als Garantieleistung vor Ort ersetzt wurde). Auch empfinde ich sie als wertiger verglichen mit Fujitsu-Geräten und flexibler als HP oder Dell.

Hätte ich in den vier Jahren immer "gleichartige" Geräte verwendet, gäbe es hier aber keinen Grund einen Beitrag zu verfassen. Nachdem mein T430s drei Jahre alt war, sah ich mich nach einem Nachfolger um. In die engere Auswahl kamen u.a. auch Dell und HP, aber schlussendlich habe ich mich wieder für ein Thinkpad entschieden: ein Thinkpad Yoga 12.
Eigentlich geht es mir hier auch nicht um die Unterschiede zwischen zwei Thinkpads, sondern um die Unterschiede zwischen einem klassischen Notebook und einem Ultrabook. Das T430s hat keinen Ultrabook-Stempel, was man an dem Prozessor der M(obil)-Serie sieht. Intel schreibt für Ultrabooks die U(LV)-Prozessoren vor, die aber weniger leistungsfähig sind.

Damit bin ich eigentlich auch schon beim Thema. Dem Intel-Marketing ist es zu verdanken, dass selbst potente Ultrabooks mit raffinierter Kühlung einen ULV-Prozessor bekommen, der besonders bei anhaltender Belastung weit hinter den Geschwistern zurückbleibt. Da ich bei meinem Wechsel von einem i5-M-Notebook auf Ultrabook keine nennenswerten Leistungseinbußen hinnehmen wollte, blieb mir nur die Wahl eines i7-U-Prozessors - mit entsprechendem Aufpreis. Eine Produktpolitik die sich höchstens für Intel lohnt. Dennoch habe ich hin und wieder das Gefühl, dass bei vielen gleichzeitigen Aufgaben die Leistung hinter meinem T430s zurückbleibt. Mit Zahlen nachweisen kann ich das aber nicht.

Auf den Spar-dich-schlank-Kurs fallen aber noch andere Nachteile. Um im stehenden Betrieb auf dem Schreibtisch auch wirklich flach auszusehen, hat das Yoga wie viele Ultrabooks nur sehr kleine Gummifüße. Die der (damaligen) T-Serie fallen in eine gänzlich andere Kategorie. Der Esstisch ist für uns als Familie das zentrale Element im Wohnzimmer. Da bleibt es nicht aus, dass der Laptop auch hier hin und wieder gefragt ist. Bleiben nach dem Essen aber auch nur kleinste Krümel zurück, macht sich dies schnell durch unangenehmes Kratzen an der Unterseite des Ultrabooks bemerkbar. Um das Gerät "mal eben" irgendwo abzustellen wo man vorher nicht noch mal nachgewischt hat, hat es schlicht zu wenig Bodenfreiheit. Das nervt im Alltag mehr als man es in Worten erklären kann. Vom T430s kannte ich dieses Problem nicht.

Von den Vorteilen habe ich persönlich hingegen wenig profitiert. Auch ein T430s (das nur wenige Millimeter zu dick für die Ultrabook-Zertifizierung ist) ist nicht gerade übermäßig groß. Die kantige Optik spielt bei diesem Empfinden wohl ohnehin eine größere Rolle als die tatsächlichen Abmessungen. Ein wirkliches Problem war das für mich aber nie. Das Yoga hat dann noch einen Touchscreen mit Stifteingabe - sehr schön, aber ich bin kein Designer und im Alltag dann doch eher wenig gebräuchlich. Der Touchscreen ist ganz nett, aber auch durchaus verzichtbar. Einzig Gelegenheitsspiele machen mit Touchscreen doch mehr Spaß (Aktuell "Human Resource Machine"). Abgesehen davon ist der Einsatzzweck aber doch begrenzt - und das nicht nur wegen der Software. Sicher kann man noch mehr aus Stifteingabe machen, aber ein Killerfeature fällt mir bis dato nicht ein. Handschriftliche Anmerkungen sind nett, aber an der Tastatur bin ich schneller und für alle anderen ist es lesbarer.
Dafür habe ich ein Mobilfunkmodem, einen tauschbaren Akku sowie einen Wechselschacht als "Killerfeatures" des T430s eingetauscht. Der High-DPI-Bildschirm ist ein sehr zweischneidiges Schwert und der Punkt der mir bei einem erneuten Kauf wohl am schwierigsten fallen würde. Auf der einen Seite stehen winzige Schaltflächen und übertrieben kleine Details, vor allem wenn die Anwendung nicht mitskalieren kann (was speziell bei etwas exotischen Programmen selten der Fall ist ... oder bei Google Chrome ...), auf der anderen Seite das wirklich überzeugende Bild. Aber für Bildbearbeitung habe ich ohnehin einen Stand-PC, also für mich kein wirkliches Entscheidungskriterium.

Das war mein persönliches Fazit. Wie sieht es mit euren Erfahrungen aus? Diskussion dazu hier: http://www.synology-forum.de/showthr...liches-Resümee

Aktualisiert: 10.06.2016 um 16:39 von Matthieu

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